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Giants

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Bereits von Weitem sind die hell glänzenden und hoch aufragenden Edelstahlsäulen des Künstlers Ewerdt Hilgemann bei „Blickachsen 11“ auf dem Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt und im Bad Homburger Kurpark zu sehen. Ihre glatte und weich polierte Oberfläche kontrastiert die geknickte Form der in sich zusammengefallenen Gebilde seiner ‚Implosionen‘. Gleichzeitig enthebt ihre markante Form die Skulpturen einer starren Vierkantigkeit und lässt sie umso belebter erscheinen. In Frankfurt rahmen die unterschiedlich hohen Figuren der Dreiergruppe „Threesome“ und die aus drei identischen Elementen entstandenen „Giants“ (Riesen) den klaren geometrischen Aufbau des in den 1920er-Jahren entworfenen Poelzigbaus. Während dort die vertikalen Linien die Architektur optisch strecken und strukturieren, wirken die Arbeiten von Ewerdt Hilgemann beinahe durch äußere Einwirkung geschwächt. Die individuellen Deformationen der ehemaligen Quader erzielt der Künstler, indem er aus seinen luftdicht verschweißten Edelstahlhohlkörpern mit einer Vakuum­pumpe die Luft absaugt. Die Ambivalenz, dass die monumentalen Skulpturen gerade durch die Entnahme der Luft lebendig erscheinen, beschreibt Hilgemann folgendermaßen: „Ich entziehe die Luft und hauche damit Leben ein“.

Erstellungsjahr 2000
Technik Edelstahl
Maße 3-teilig, je 300 x 100 x 100 cm
ausgestellt in Blickachsen 11, Frankfurt

Kunstwerke von Ewerdt Hilgemann