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Der Gurk (Version 1)

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Erwin Wurm ist bekannt für sein erweitertes Verständnis von Skulptur und Plastik. Sei es, dass Ausstellungsbesucher durch von ihm vorgegebene Handlungsanweisungen selbst zu einer lebendigen Skulptur werden (wie in den „One Minute Sculptures“ – eine Version war 2015 bei „Blickachsen 10“ installiert) oder dass gewöhnliche Alltagsobjekte auf den Kopf gestellt werden (wie ein Einfamilienhaus) oder durch Mehrfachvergrößerung monumental erscheinen (wie Kleidungsstücke, Kartoffeln oder Gurken). Seit 2010 porträtiert Erwin Wurm Gurken in unterschiedlichen Größen und platziert sie senkrecht auf einer Spitze stehend. „Jede Gurke ist individuell verschieden, aber doch sofort als Gurke erkennbar und einem Ganzen zuordenbar… ähnlich den Menschen“, so der Künstler über sein Motiv. Gesteigert wird die Annäherung von Mensch und Gurke über den Titel des bei „Blickachsen 11“ in Bad Homburg ausgestellten Werks „Der Gurk“. Hier ist keine beliebige Gurke zu sehen, sondern ein männliches Individuum einer eigenen Spezies. Gängige und tradierte Vorstellungen darüber, was eine Skulptur sein und wie sie aussehen sollte, werden von Wurm ironisiert und humorvoll gebrochen. Dabei bildet gerade das Erstaunen über die vermeintliche Banalität des Objekts die größte Anziehungskraft seiner Arbeiten.

Künstler Erwin Wurm
Erstellungsjahr 2016
Technik Bronze, schwarzer Edelrost, Eisen
Maße 415 x 110 x 110 cm
ausgestellt in Blickachsen 11, Bad Homburg

Kunstwerke von Erwin Wurm

Blickachsen 11