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Anrufungen

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Der Österreicher Karl Prantl, der bereits an der zweiten „Blickachsen“-Ausstellung mit einer vierteiligen Arbeit „Meditationssteine“ teilgenommen hat, gilt als prominenter Wegbereiter der abstrakten Bildhauerei. Stets ohne Skizzen oder Modelle fertigte er seine großformatigen Steinskulpturen an. Der Verzicht auf exakte Entwürfe mag seinem Credo geschuldet sein, Kunst im Einklang mit dem steinernen Material zu schaffen – mit dessen physischen wie geistigen Eigenschaften. So diente ihm die ursprüngliche Form, die Farbe, die Maserung und die Oberflächenstruktur des jeweiligen Steins als Inspiration und als Ausgangspunkt der künstlerischen Tätigkeit. „Blickachsen 11“ zeigt vier Arbeiten von Karl Prantl in Bad Hombug und in Kronberg. Der schwarze kanadische Granit, aus dem die beiden im Bad Homburger Kurpark platzierten Werke „7 Anrufungen“ und „Anrufungen“ gearbeitet sind, zeugt auch nach der künstlerischen Bearbeitung noch von der ihm eigenen Schwere, Dichte und Massivität. Beide Arbeiten strahlen trotz ihrer Monumentalität Ruhe und Beständigkeit aus, nicht erdrückende Wuchtigkeit. Zudem verleihen ihnen ihre weichen und glatten Oberflächen mit den kreisrunden Aushöhlungen auf den vertikalen Mittelachsen eine taktile Qualität, die in hohem Maße anziehend wirkt.

Künstler Karl Prantl
Erstellungsjahr 1990
Technik kanadischer Granit
Maße 292 x 106 x 64 cm
ausgestellt in Blickachsen 11, Bad Homburg

Kunstwerke von Karl Prantl

Blickachsen 2